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Sarplaninac

Rasseportrait ´Sarplaninac


Der recht eigensinnige ´Sarplaninac benötigt einen erfahrenen Hundehalter, der ihn körperlich und geistig auszulasten vermag und der mit seiner Sturheit umgehen kann.

Die `Sar-Planina ist ein Gebirgszug, der sich zwischen dem Kosovo und Nordmazedonien erstreckt. Der Name dieser Hunderasse lässt sich also davon ableiten – `Sarplaninac. Ab dem frühen 19. Jahrhundert arbeitete der kräftige Hirtenhund auf einem Plateau in einer Höhe von 2.600 Metern als Herdenschutzhund. Es handelt sich um einen großen, starken Hirtenhund, der effektiv seine Familie und seine Herde vor gefährlichen Wildtieren (z.B. Wölfe, Bären usw.) beschützte.

In seinem Herkunftsland Jugoslawien werden die Vierbeiner mittlerweile erfolgreich für polizeiliche und militärische Zwecke eingesetzt. Bis ins Jahr 1970 war die Ausfuhr dieser Hunde verboten. Die Vierbeiner sind sehr misstrauisch, unberechenbar Fremden oder gleichgeschlechtlichen Hunden gegenüber und dulden diese auch nicht in ihrem Revier. Sie werden keinem Streit aus dem Weg gehen. Daher kommt als Halter nur ein absoluter erfahrener Hundehalter in Frage. Eine konsequente Erziehung ist das A und O. Aufgrund seines hervorragenden Gedächtnisses wird er niemals einen Feind vergessen.

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Die Hunderasse galt nach dem zweiten Weltkrieg als fast ausgestorben, da viele erschossen wurden und auch nicht ernährt werden konnten. Erst Ende der 30iger Jahre erfolgte die Anerkennung dieser Hunderasse durch den kynologischen Dachverband des FCI (Fédération Cynologique Internationale) unter dem Namen „Illyrischer Schäferhund“. Die offizielle Anerkennung der Rasse „`Sarplaninac“ fand im Jahre 1957 statt. Die Vierbeiner sind von kräftiger Statur und in den folgenden Fellfarben erhältlich:

  • Weiß
  • Grau
  • Schwarz
  • Sämtliche Brauntöne usw.

Wesensbeschreibung/Charakter:

Diese Hunderasse gehört zu den Hüte- und Herdenschutzhunden. Damit seine Anlagen kontrolliert werden können, benötigen die Vierbeiner durch einen erfahrenen Hundehalter eine konsequente Erziehung. Die Hunde brauchen eine Aufgabe, die sie geistig als auch körperlich auslastet. Ausreichende Bewegung und Denkaufgaben sollten in den Tagesablauf integriert werden. Findet keine entsprechende Auslastung statt, kann aus dem gutmütigen Riesen ein zur Aggressivität neigender Vierbeiner werden. Folgende Eigenschaften gehören zu dem Hirtenhund:

  • Mutig
  • Selbstbewusst
  • Eigensinnig
  • Wachsam
  • Trifft selbstständig Entscheidungen
  • Eigenwillig
  • Arbeitswillig usw.



Wegen seiner Eigenwilligkeit darf davon ausgegangen werden, dass die Vierbeiner sehr stur sind. Dabei würden unerfahrene Hundehalter schnell an ihre Grenzen stoßen und aus dem gutmütigen Riesen eine tickende Zeitbombe machen. Sind die Hunde jedoch ausgelastet, so wird er seinem Halter sehr loyal zur Seite stehen.

Aufgrund des Eigensinnes wird diese Rasse in einigen Ländern in der Liste für potenziell gefährliche Hunde geführt. Der `Sarplaninac ist ein mutiger Herdenschutzhund, der befähigt ist, seine Herde effektiv gegen Raubtiere (z.B. Wölfe) zu verteidigen. Letzterer Verteidigungsinstinkt befähigt die Vierbeiner für den Einsatz im Militär- und Polizeidienst.

Die Hunde sind es gewohnt eigenständig zu agieren, daher muss die Tendenz zum eigenständigen Handeln bei der Anschaffung bedacht werden. Die Hunde benötigen daher keinen Halter, der für sie Entscheidungen trifft. Es kann nur ein erfahrener Hundehalter diesen Vierbeiner führen. Dabei müssen Hunde dieser Rasse bereits vom Welpen-Alter an richtig und konsequent erzogen werden. Der Besuch einer Welpen- bzw. Hundeschule ist unumgänglich.


Auslauf:

Da es sich um einen Arbeitshund handelt, darf davon ausgegangen werden, dass dieser körperlich als auch geistig beschäftigt werden möchte. Dabei nimmt er nicht gern an Hunderennen teil, da es sich um einen massigen Hund handelt. Dennoch genügen keine kurzen Spaziergänge, ist er es doch gewohnt, lange Strecken mit seiner Herde zurückzulegen. Hundesport als Ersatzbeschäftigung ist leider nur bedingt möglich. Die Vierbeiner sind leider nicht bereit, Hindernisse oder Übungen in einem Hundeparcours zu absolvieren.

Der `Sarplaninac liebt das Leben in Freiheit und an der frischen Luft, wurden die Hunde doch jahrhundertelang als Hirten- und Herdenschutzhund gezüchtet. Daher ist die Haltung in einer Stadtwohnung nicht geeignet. Vielmehr benötigen sie eine gute Sozialisierung, damit sie sich an das heutige Leben gewöhnen können. Sie brauchen einen engen Bezug zu ihrer Familie und werden diese wachsam beschützen.

Wird der Hütehund nicht entsprechend ausgelastet, so wird er sich aus Langeweile Ersatzbeschäftigungen suchen oder unerwünschte Verhaltensweisen an den Tag legen. Die Ersatzbeschäftigungen fallen nicht unbedingt zur Freude des Halters aus (z.B. Aggressivität). Der `Sarplaninanc benötigt eine fachkundige und konsequente Erziehung. Selbst für einen erfahrenen Hundehalter kann der Umgang mit diesem Vierbeiner eine Herausforderung darstellen. Besitzen die Hunde dieser Rasse doch einen gewissen Eigensinn, wonach sie selbst entscheiden, ob die Anweisungen des Halters für sie einen Sinn ergeben.


Pflege:

Aufgrund des üppigen und langen Haarkleides bedarf es eine etwas aufwendigere Fellpflege. Die Vierbeiner besitzen eine dichte Unterwolle, die gerade während des Fellwechsels gründlich gebürstet bzw. entfernt werden sollte. Mit einem speziellen Kamm oder Bürste müssen die Vierbeiner mehrmals pro Woche gekämmt werden. Dabei sollten die Besitzer Haarsträhne für Haarsträhne gründlich bürsten. Letzteres führt dazu, dass der in den Haaren enthaltene Schmutz oder auch kleine Äste entfernt werden können. Bei hartnäckigen Verfilzungen hilft allerdings meist nur die Schere.

Aufgrund der aufwendigen Fellpflege sollten die Vierbeiner bereits vom Welpen-Alter an Pflegerituale gewöhnt werden. Dadurch lassen sich spätere Probleme vermeiden. Der `Sarplaninacs muss nicht gebadet werden. Es reicht aus, feuchten Schmutz trocknen zu lassen und diesen einfach auszubürsten. Ein besonderes Augenmerk sollte auf den Ohren und den Krallen liegen. Dadurch lassen sich frühzeitig Veränderungen oder Erkrankungen feststellen. Gerade die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und ggfs. gekürzt werden. Die Zähne sollten mit einer speziellen Zahnpasta und Zahnbürste für Hunde geputzt werden, dadurch lässt sich die Bildung von Zahnstein reduzieren. Zusätzlich dürfen auch Zahnpflegesnacks gereicht werden.

In der Vergangenheit sah die Ernährung des Sarplaninacs nicht rosig aus, da die Besitzer meist aus ärmlichen Verhältnissen stammten. Heute sollte den Hunden hochwertiges Futter mit mindestens 80 Prozent Fleischanteil gereicht werden. Ob die Gabe dabei in Form von Trocken- oder Nassfutter erfolgt, spielt keine Rolle. Die Hunde eignen sich auch fürs Barfen (Quelle: Wikipedia – Eine Methode zur Ernährung von fleischfressenden Haustieren, die primär für Haushunde entwickelt wurde.), da sie bis zu einem Kilogramm Fleisch verzehren können. Die Futtermenge sollte immer vom Aktivitätslevel des Vierbeiners abhängig gemacht werden. Damit vermeidet man unnötiges Übergewicht.


´Sarplaninac:

  • Gewicht: 30 – 45 kg
  • Widerristhöhe: 58 – 62 cm
  • Herkunftsland: Serbien, Nordmazedonien
  • Lebenserwartung: 11 – 13 Jahre
  • Pflegeaufwand: hoch
  • Zeitaufwand: hoch
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Erziehungsaufwand: hoch
  • Besonderheiten: aufwendige Fellpflege, erfahrener Hundehalter

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