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Rasseportrait Mastiff


Der ruhige und besonders ausgeglichene Mastiff besitzt eine geringe Reizschwelle und eignet sich perfekt als Familien– und Begleithund.

Der Ur-Mastiff gilt als Vorfahre vieler Hunderassen wie die der Deutschen Dogge, des Boxers oder der Bulldogge. In Britannien wurden Hunde als „Mastiff“ oder „englischer Mastiff“ bezeichnet, die eine auffällige breite und faltige Stirn besaßen. Im November 1989 ging der Rüde Aicama Zorba La Susa als der schwerste jemals dokumentierte Mastiff in die Geschichte ein. Er wog bei einer Schulterhöhe von 95 cm 155,58 kg und lebte in London.

Die Empfehlung des FCI bezüglich des Gewichtes und der Größe des Mastiffs liegt darin, dass dies im richtigen Verhältnis zueinander stehen sollte. Jedenfalls müssen die Hunde groß und massig sein. Für Unstimmigkeiten sorgte in der Geschichte eher die Farbe, da zwischen den Fachleuten bis heute nicht die tatsächliche Abstimmung geklärt werden konnte. Bekannt ist, dass bereits im Römischen Reich ähnliche Hunde als Kriegs- und Kampfhunde gedient haben. Die Normannen und die Kelten brachten diese dann nach Britannien, welches als Herkunftsland der Mastiffs gilt.
Anderen Geschichten zufolge stammt der Mastiff von den Molossern ab, die aus Makedonien und Epirus mit Schiffen nach England kamen. Aus noch früheren Quellen stammt die Vermutung, dass sich die Rasse ohne spezielle Züchtung durch die Menschen entwickelt haben könnte. Was bedeutet, dass die Entwicklung der Rasse nicht hinreichend in der Antikezeit geklärt werden konnte, aber ab dem Mittelalter der Verlauf der Rasse belegt werden kann.

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Erstmals im 14. Jahrhundert tauchte in Bezug auf den Herzog von York, Edmund of Langley, ein Mastiff auf. In dieser Zeit wurden allerdings alle massigen Hunde mit einem quadratischen Schädel in England als Mastiffs bezeichnet. Diese Vierbeiner dienten in Großbritannien als Jagd-, Kriegs-, Kampf– und Schutzhunde. Zur Unterhaltung des Volkes wurden im Mittelalter öffentliche Bären- und Stierkämpfe abgehalten. Dafür erbaute man Arenen, in der die Mastiffs gegen große Raubtiere wie Bären, Löwen, Stiere usw. antraten. Erst um 1835 verbot die britische Regierung diese Art von blutigen Veranstaltungen.

Zur gleichen Zeit begann die eigentliche Zucht des English Mastiff. Im Jahre 1872 wurde der erste Mastiff-Club gegründet und die Vierbeiner wurden mit dem gutmütigen und glatthaarigen Bernhardiner gekreuzt. In den Wirren der beiden Weltkriege drohte der English Mastiff auszusterben, da die meisten Menschen nicht fähig waren, einen Mastiff zu ernähren. Wenige Exemplare überlebten den Krieg und die Zucht konnte danach fortgesetzt werden.

Der Old English Mastiff ist die Ausgangsrasse einiger bekannten Hunderassen überhaupt wie den Bullmastiff, der Deutschen Dogge, den Neufundländer und den Bernhardiner. Der Mastiff ist in Deutschland eher selten vertreten, was daran liegt, dass die Rasse in einigen Bundesländern als Listenhund gilt. In Berlin wird diese Rasse als Listenhund ohne Abstufung und in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen als Listenhund der Kategorie 2 geführt.

Was bedeutet Listenhund? Die Hunde dürfen nur unter Einhaltung von Regeln und Bestimmungen gehalten werden. Aber gerade diese Hunderasse zeugt von einem liebevollen und gutmütigen Charakter. Daher liegt die Gefährlichkeit weniger an seinem Wesen als vielmehr an seinem äußeren kolossalen Erscheinungsbild. Daher muss durch eine konsequente und liebevolle Erziehung erreicht werden, dass sie lernen, mit ihrer Kraft richtig umzugehen.

Der Standard verlangt, dass Größe und Gewicht in einem gleichmäßigen Verhältnis stehen. Sie sollen wohlproportioniert und nicht übergewichtig sein. Die Hunde besitzen ein kurzes glänzendes Fell, welches seine Muskeln umschmeicheln und zur Geltung bringen. Charakteristisch zeigt sich sein quadratischer Schädel mit den herunterhängenden Lefzen. Die Ohren sind weit hinten angesetzt. Aufmerksamkeit erregt seine faltige Stirn und der muskulöse Hals, welcher dem Umfang seines Kopfes gleichgesetzt ist. Erhältlich in den Farben: Apricot, gestromt und Falb. Seine dunkle Färbung um Nase und Ohren sind in der Züchtung erwünscht.


Wesensbeschreibung/Charakter:

Der Mastiff giltals eine der größten Hunderassen überhaupt. Durch seine Größe wirkt er respekteinflößend. Doch ist er allerdings von seinem Wesen her ein ruhiger, gutmütiger Hund mit einem sehr ausgeglichenen Temperament. Neuen Situationen gegenüber verhält er sich abwartend-beobachtend und zurückhaltend. Die breite Stirn legt er bei aufmerksamer Beobachtung in Falten.

Der Mastiff besitzt eine sehr hohe Reizschwelle, was bedeutet, dass er auf Reize meist ohne Aufregung reagiert, die andere Hunde bereits zur Aggression veranlassen können. Impulsives Verhalten gehört nicht zu den Eigenschaften dieser Hunderasse. Ein Mastiff reagiert erst dann, wenn seine Bezugspersonen bedroht sind. Aber selbst dann stellt er nur den Agitator, aber er wird ihn nicht angreifen. Nach dem die Gefahr vorüber ist, wird der Mastiff seine übliche Gelassenheit an den Tag legen.

Die Erziehung eines Mastiffs bedarf keines großen Aufwandes. Bei viel Zuwendung wird diese fast wie alleine laufen, denn er liebt seine Familie und deren Kontakt. In seinem Heimatland England nennt man Hunde dieser Rasse auch „gentle giant“, aufgrund ihrer großen Gelassenheit und Zurückhaltung. Die Hunde eignen sich hervorragend zum Familien– und Therapiehund.

Die Hunde werden in einer Familie alles dafür tun, ihrem Menschen zu gefallen. Dennoch behalten sie immer einen gewissen Eigensinn, der aber nicht in Ungehorsam oder zu aggressivem Verhalten führt. Kindern und älteren Menschen gegenüber verhält sich der Mastiff sehr emphatisch und mutiert zum besten Weg- und Spielgefährten.


Auslauf:

Für die Gesundheit eines Mastiffs spielt genügend Auslauf und eine gesunde Ernährung eine große Rolle. Da die Hunde bereits genügend Kilos auf die Waage bringen, sind mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt zum Verzehr geeigneter wie zwei Große Portionen. Wegen seiner Größe sollte die Haltung dieser Hunderasse idealerweise in einem Haus mit großem Garten erfolgen, worin er sich nach Belieben bewegen kann. Allerdings sind tägliche und zwar ausgiebige Spaziergänge zur Bewegung sehr wichtig.


Pflege:

Die Pflege des Felles bedarf wenig an Aufwand. Die Mastiffs besitzen ein kurzes und glattes Fell, welches mit wenigen Bürstenstrichen schnell gereinigt ist. Dennoch genießen die Hunde allein aufgrund der Nähe zu ihrem Hundebesitzer die Streicheleinheiten der Bürste in vollen Zügen.

Damit sich keine Parasiten und Schmutz in den Hautfalten verfangen bzw. einnisten, sollten diese sorgfältig kontrolliert und gereinigt werden. Dadurch werden unnötige Infektionen und Tierarztbesuche vermieden. Übergewicht führt bei der Hunderasse zu gesundheitlichen Problemen, wie z.B. Hüftgelenksleiden, da die Knochen unnötig belastet und die Vierbeiner sehr träge werden.


Mastiff:

  • Gewicht: 54 – 100 kg
  • Rückenlänge: 70 – 85 cm
  • Widerristhöhe: 69 – 76 cm
  • Herkunftsland: England
  • Lebenserwartung: 10 – 12 Jahre
  • Pflegeaufwand: gering
  • Zeitaufwand: hoch
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Erziehungsaufwand: gering
  • Besonderheiten: sehr gutmütig, kinderlieb, beschützend, viel Kraft

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