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Rasseportrait Lappländischer Rentierhund


Der Lappländische Rentierhund gehört zu den Hütehunden und schließt sich eng seinen Menschen an, die den eigenständig arbeitenden Vierbeiner gut sozialisieren sollten.

Der Name lässt die Herkunft des Lappländischen Rentierhundes klar erkennen. Er stammt ursprünglich aus Lappland. In seiner Heimat sind die Hunde auch als Lapinporokoira oder Finnischer Lapplandhirtenhund bekannt. Über die Grenzen Skandinaviens hinaus ist der Rentierhund wenig bekannt und sehr selten anzutreffen. Dafür werden die Hunde dieser Rasse in seiner Heimat u.a. als Hüte-, Wach- und Jagdhund eingesetzt.

Der Lappländische Rentierhund ist mit dem Finnischen Lapphund verwandt, da sie von einem Vorfahren abstammen, der aus Lappland stammt. Dieser Vorfahre arbeitete für das Volk der Samen als Wach- und Jagdhund. Die Samen begannen irgendwann mit der Zucht und Haltung von riesigen Renntierherden, die bewacht und getrieben werden mussten. Deswegen änderten sich die Ansprüche an ihre Hunde, die bis dahin als Jagd- und Wachhunde agiert haben. Dafür wurden Hunde miteinander gekreuzt, die sich als Hütehunde eigneten. Auf das Aussehen wurde bei der Zucht nicht geachtet. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der erste Rassestandard festgelegt. Dabei galt der Finnische Lapphund und der Lappländische Rentierhund als eine Rasse.

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Erst im Dezember 1966 erfolgte die Anerkennung des Lappländischen Rentierhundes. Dieser wurde vom FCI in der Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp, Sektion 3: Nordische Wach- und Hütehunde ohne Arbeitsprüfung mit der FCI-Standard Nr. 284 aufgenommen. Zu dieser Zeit änderte sich allerdings das Aufgabengebiet des Lappländers. Das Hüten und Treiben von Rentierherden lösten infolge der Industrialisierung Motorschlitten ab. Trotzdem halten sich immer noch viele Skandinavier den gutmütigen und freundlichen Lappi als Familien- und Begleithund. Über die Grenzen seines Heimatlandes sind die Vierbeiner eher unbekannt und werden in unseren Breitengraden kaum gezüchtet. Daher lassen sich Züchter eher im Ausland als in Deutschland finden.

Äußerlich sieht der Lappländische Rentierhund wie ein kleiner Schäferhund und Border Collie aus. Die Vierbeiner sind von schlanker, sportlicher Körperstatur und die Schnauze ähnelt der von Spitzen. Der Rentierhund zählt zu den mittelgroßen Hunderassen und sie besitzen Stehohren. Sie besitzen ein kurzes Fell, welches aber an der Rute etwas länger ist. Folgende Fellfarben sind erlaubt: Schwarz, sämtliche Grau- und Brauntöne, wobei weiße Abzeichen an Brust, Pfoten und Hals erwünscht sind.


Wesensbeschreibung/Charakter:

Diese Hunderasse gehört zu den Hütehunden. Die Vierbeiner sind sehr aktiv und auch extrem auf ihre Menschen fixiert. Die Hunde benötigen eine gute Sozialisierung und Erziehung, so dass sie sogar für eine Stadthaltung geeignet sind. Vorausgesetzt: Sie werden körperlich und geistig ausgelastet. Die Lappis besitzen eine sehr robuste Gesundheit, da sie zu den ursprünglichen Hunden gehören. Ihnen ist auch die Witterung egal, Hauptsache sie erhalten genügend Beschäftigung und Auslauf. Hitze liegt ihnen aufgrund ihrer Herkunft weniger.

Der Lappländische Rentierhund lässt sich gern ablenken, da er doch zu gern seine Umgebung studiert. Daher sollte der Halter immer dafür sorgen, dass er im Fokus des Hundes steht. Weitere Eigenschaften dieser Hunderasse:

  • Intelligent
  • Sportlich
  • Energiegeladen
  • Aktiv
  • Menschenbezogen
  • Freundlich
  • Verspielt usw.

Da es sich um einen sehr aktiven Hund handelt, sollte sein täglicher Auslauf durch Hundesport ergänzt werden. Der Rentierhund ist sehr auf seinen Besitzer bezogen, so dass es in der Regel kein Problem darstellt, ihm einen Freilauf zu gewähren. Der Rückruf funktioniert normalerweise recht gut. Mit Artgenossen versteht er sich prima, trotzdem ist er eher als Einzelhund mit seinen Menschen glücklich. Fremden gegenüber ist der Lappi eher zurückhaltend bisweilen sogar misstrauisch. Auf jeden Fall kündigt sein lautes Bellen Unbekannte an.

Die Rasse gehören zu den Arbeits- sowie zu den Familienhunden. Sie werden außerdem erfolgreich als Therapiehunde eingesetzt. Die Rentierhunde sind aufgrund ihres unkomplizierten Wesens ein angenehmer Begleiter für ihre Familie. Sie besitzen einen angeborenen Jagdtrieb, der jedoch unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Mit einer entsprechenden Sozialisierung stellt letzteres kein Problem dar. Die Haltung in einer Stadtwohnung stellt kein Problem dar, dennoch wäre ein Haus mit großen Garten idealer. Schlafen die Vierbeiner doch auch mal gern im Freien. Die Erziehung sollte durch ein liebevolles und konsequentes Verhalten seines Besitzers erfolgen.


Auslauf:

Als ursprünglicher Hütehund benötigt der Lappländische Rentierhund ausreichende Beschäftigung und Auslauf. Normale Spaziergänge reichen hier nicht aus! Mehrmals am Tag müssen die Vierbeiner für mindestens eine Stunde Gassi geführt werden. Zusätzlich eignen sich folgende Hundesportarten zur Auslastung des Vierbeiners:

Diese Hunderasse braucht einen sportlichen Hundehalter. Gerade Joggen, Wandern, Reiten oder auch als Begleiter beim Fahrradfahren kann als Möglichkeit zur körperlichen Betätigung genutzt werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Vierbeiner im Sommer gerade an heißen Tagen weniger sportlich belastet werden dürfen. Die Rasse wurde nämlich letztendlich für kältere Bedingungen gezüchtet und Hitze ist eher schädlich für die Vierbeiner.

Da es sich um einen sehr aktiven Hund handelt, benötigen die Vierbeiner zusätzlich eine Aufgabe oder Beschäftigung eben in Form von Hundesport. Wird er nicht genug ausgelastet, so kann er schnell zu einem Problemhund werden. Letzteres kann sich dahingehend äußern, dass er zum Bellen oder zu unangemessenem Territorialverhalten neigt. Der Besuch einer Hundeschule vom Welpen-Alter an ist wichtig. Dort sollte er neben Grundkommandos auch lernen, in gewissen Situationen einfach die Ruhe zu bewahren.

Der Rentierhund muss frühzeitig darauf trainiert werden, auch mal gewisse Zeit alleine zu bleiben. Die Vierbeiner sind nämlich sehr auf ihre Familie fixiert, so dass sie ungern ohne diese verweilen. Der Lappländer eignet sich zudem als Rettungs- oder Assistenzhund. Für Hundeanfänger ist diese Rasse nicht geeignet.


Pflege:

Die Fellpflege des Lappländischen Rentierhundes ist außerhalb des Fellwechsels nicht aufwendig. Ein gelegentliches Bürsten ist ausreichend. Während des zweimaligen (im Jahr) Fellwechsels sollte der Vierbeiner täglich ausgiebig gebürstet oder gekämmt werden, um die Flut der herumfliegenden Haare einzudämmen. Der Lappländer besitzt nämlich ein dichtes Unterfell, welches während des Fellwechsels immens viele Haare verliert. Dieses lässt sich nur durch gründliches Bürsten lösen.

Der Lappi ist ein sehr sportlicher und energievoller Vierbeiner, der ausreichend Beschäftigung und Bewegung benötigt. Daher sollte die Futtergabe immer an den Energieverbrauch des Hundes angepasst werden. Ist die Futtermenge zu hoch, werden die Vierbeiner schnell an Übergewicht leiden. Dabei sollte sich auch nicht auf die Angaben auf den Futterverpackungen verlassen werden, da es sich hierbei nur um Richtwerte handelt. Jeder Hundehalter kennt seinen Vierbeiner besser.

Nach dem Fressen benötigen die Vierbeiner auf jeden Fall erstmal eine Ruhepause. Daher das Futter immer erst nach den Bewegungseinheiten reichen. Es kann nämlich bei Nichteinhaltung von Ruhepausen zu einer Magendrehung kommen, die sogar tödlich enden kann. Ein besonderes Augenmerk sollte auf der Qualität des zu verfütternden Hundefutters liegen. Ein hochwertiges Futter (hoher Fleischanteil) deckt den gesamten Nährstoffbedarf eines Hundes ab. Der Fleischanteil sollte daher den Hauptbestandteil des Futters bilden. Sind Zusatzstoffe, wie z.B. Aromastoffe, Zucker, Getreide, Salz usw. gelistet, handelt es sich meist um minderwertiges Futter. Letztere Inhaltsstoffe schaden den Vierbeinern eher.

Die Ohren und Augen müssen regelmäßig kontrolliert und beobachtet werden. Dadurch lassen sich frühzeitig Veränderungen oder Erkrankungen feststellen. Der Lappländische Rentierhund gehört zu den ursprünglichen Hunderassen und seine Gesundheit ist daher von stabiler und gesunder Natur. Trotzdem sollten die Vierbeiner nur von einem seriösen Züchter erworben werden, da das Wohlbefinden doch von gesunden Elterntieren abhängt.


Lappländischer Rentierhund:

  • Gewicht: ca. 25 kg
  • Widerristhöhe: 46 – 51 cm
  • Herkunftsland: Finnland
  • Lebenserwartung: 12 – 14 Jahre
  • Pflegeaufwand: normal
  • Zeitaufwand: hoch
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Erziehungsaufwand: normal
  • Besonderheiten: nur an erfahrenen Hundehalter, wenig Erbkrankheiten
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